Grüner Drang an der Weser

Der Verein Bremer Hockey-Club blickt auf eine lange Tradition zurück. Vor über 100 Jahren, im Jahr 1914, wurden seinerzeit die ersten Schlachten gegen den Club zur Vahr sowie den HC Delmenhorst geschlagen. Der Ausgang der Partien ist nicht überliefert.

1.200 Mitglieder hat der Verein mit den rot-weißen Trikots, keine Spur von Grün, wie es der bekannte Nachbar von der Weser Werder Bremen trägt. Dafür nutzt der Club grünen Strom vom Dach seiner Solaranlage. Die steht in Oberneuland, einem beschaulichen Vorstadtviertel mit viel Wald und Wiesen.

„Für uns war Nachhaltigkeit ein ganz entscheidender Punkt bei diesem Projekt“, betont Geschäftsführer Martin Schultze. Deshalb arbeitet nicht nur die Photovoltaikanlage mit 100 Kilowatt Leistung, sondern ein Stromspeicher puffert zusätzlich die Energie, sodass der Solarstrom bei Abendspielen genutzt werden kann.

Solarstrom in den Abend verschieben

Insgesamt kam der komplette Stromverbrauch auf den Prüfstand: Das Flutlicht wurde kurzerhand mit LED-Lichtern bestückt. Im Nu verringerte sich der Stromverbrauch um fast zwei Drittel. Diese Umstellung verbessert zudem manche Spielsituation: Die Ausleuchtung am Siebenmeterpunkt ist demnach um das Fünffache heller, berichtet Vereinschef Schultze.

Der eigene Verbrauch des Solarstroms war für Schultze das wichtigste Argument. Und weil die meisten Spiele bei Dämmerung oder Dunkelheit ausgetragen wurden, orderte man beim regionalen Unternehmen Powertrust aus Bremen gleich mehrere Bleispeicher. Die Akkus sind sicher und können durch das Blei immerhin fast vollständig recycelt werden, was sich bei Lithiumakkus aufgrund der niedrigen Preise noch nicht rechnet. Dass die Bleiakkus auch für einen Notstromeinsatz bereitstehen, sichert den Verein als Stadionbetreiber zusätzlich ab.

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Speicher jederzeit noch erweiterbar

Der Bremer Hockey-Club hat sich drei Batterietürme mit je 21,6 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität installiert. So verfügt der Verein über insgesamt rund 65 Kilowattstunden, mit denen der Club einen Autarkiegrad von 64 Prozent erreicht. Photovoltaik, LED und Stromspeicher wurden bereits im vergangenen Jahr installiert. Geschäftsführer Schultze denkt aber bereits über eine Ergänzung um ein BHKW nach. Oder über einen weiteren Ausbau der Speicherkapazität.„Dazu reicht es, einen weiteren Speicherturm mit Daten- und Stromkabel an einen der vorhandenen Türme anzuschließen“, erklärt Hauke Heitshusen, der den Vertrieb Nord bei Powertrust verantwortet. Ein Vorteil des Bleisystems: Die Erweiterung funktioniert auch noch Jahre später. Der Hockey-Club hat also ganz in Ruhe Zeit, um seine Entscheidung zu treffen. (Niels H. Petersen)

Monitoring: Der Kostendruck auf die technische Betriebsführung steigt. Software hilft, die Kosten zu reduzieren. Künstliche Intelligenz und Datenanalysen werden die Überwachung revolutionieren.

Quelle: Photovoltaik.eu

Dieser Artikel wurde erstellt von: ET-News



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