Energiewende-Index: Diese sieben Baustellen sind kritisch

Trotz zuletzt rückläufiger Zahlen liegt Deutschland mit aktuell 854 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente im Jahr derzeit mehr als 100 Millionen Tonnen über dem von der Bundesregierung gesteckten Ziel für 2020. Gemessen am Ziel für 2030 ist der Ausstoß sogar fast 300 Millionen Tonnen zu hoch. Dies sind wesentliche Ergebnisse aus dem neuen Stand des Energiewende-Index, den McKinsey seit 2012 halbjährlich veröffentlicht.

Der Energiewende-Index mit seinen 14 Indikatoren hat sich seit der vorigen Erhebung im Herbst 2018 nicht verbessert: Weiterhin sind nur sechs Indikatoren in ihrer Zielerreichung als realistisch eingestuft: die Zahl der Arbeitsplätze sowohl in erneuerbaren Energien als auch in stromintensiven Industrien, der Anteil an Stromerzeugung aus den Erneuerbaren insgesamt sowie trotz zuletzt eines leichten Anstiegs der Stromausfälle der Indikator „Ausfall Stromversorgung“ und „Gesicherte Reservemarge“.

Elektrifizierung reduziert Treibhausgase

Bei sieben Indikatoren erscheint das Erreichen der Ziele nach wie vor unrealistisch. Die Haushaltsstrompreise sind im EU-Vergleich immer noch hoch, die EEG-Umlage verharrt seit 2014 knapp unter sieben Cent pro Kilowattstunde. Der Primärenergieverbrauch ging leicht zurück, ist aber immer noch zu hoch. Mit nur 49 Kilometern Neutrassen in sechs Monaten vollzieht sich der Netzausbau weiter schleppend. Von den in den verabschiedeten Ausbauplänen vorgesehenen 3.582 Kilometer bis 2020 sind insgesamt erst 961 Kilometer fertig.

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Die Analysten der Eurelectric-Studie zeigen, wie Europa bis 2050 durch eine konsequente Elektrifizierung in Industrie, Verkehr und Gebäuden den Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 95 Prozent senken könnte. Voraussetzung dafür ist laut Studie eine Elektrifizierungsquote von mindestens 60 Prozent. (nhp)

Die Studie „Decarbonisation pathways“ finden Sie hier.

Quelle: Photovoltaik.eu

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