Zertifizierung der Smart-Meter-Gateway droht zu verwässern

Das geht aus einem aktuellen Entwurf (Anlage VII der Technischen Richtlinie TR-03109-1) hervor, den das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik, kurz BSI, an Verbände verschickt hat. Demnach sollen die Anforderungen an die Funktionen intelligenter Messsysteme der ersten Generation abgeschwächt werden.

Der Entwurf sieht vor, dass Smart-Meter-Gateways ein BSI-Zertifikat erhalten, auch wenn sie nur drei Tarifanwendungsfälle erfüllen. Bisher war vorgesehen, dass diese Geräte vier Fälle verpflichtend abdecken müssen. Der zeitvariable Tarif soll nun auf „optional“ zurückgestuft werden, heißt es in dem Entwurf. „Das BSI will die erste Zertifizierung von Smart-Meter-Gateways um jeden Preis durchbringen und nimmt dafür teure digitale Blindgänger in Kauf“, moniert Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (BNE). Würde dieser Plan Realität, könnten die ersten zertifizierten Geräte weniger leisten als ihre analogen Vorgänger. Die wäre ein politisches und kommunikatives Desaster, mahnt Busch.

Zeitvariable Tarife nur optional

Wenn die technische Richtlinie demnächst Funktionen vorsieht, deren Erfüllung nur freiwillig ist, brächte der Zertifizierungsprozess Smart-Meter-Gateways mit unterschiedlichem Funktionsumfang hervor. Dennoch hätten alle das gleiche Zertifikat.

Für den Verbraucher wäre somit unklar, welche Funktionen das bei ihm vom grundzuständigen Messstellenbetreiber eingebaute Messsystem überhaupt abdeckt. Zudem sei ein Angebot von Mehrwertdiensten und Energielösungen schlicht nicht möglich, wenn nicht eindeutig erkennbar sei, welcher Kunde über welche Funktionen im Smart-Meter-Gateway verfügt, betont der BNE-Chef. Um nicht noch mehr Zeit für die Einführung der Smart Meter zu verlieren, müsse das Messstellenbetriebsgesetzes für innovative Messsysteme und -lösungen geöffnet werden, fordert Busch. (nhp)

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Quelle: Photovoltaik.eu

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