Solartipp: Schutz gegen elektrischen Schlag

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Mit der Komplexität der elektrischen Einbindung von Photovoltaikanlagen in die Hausnetze oder Verteilnetze wird die gesamte Gebäudeelektronik immer anspruchsvoller. Sogar erfahrene Elektriker und Techniker laufen dann Gefahr, lebenswichtige Details zu übersehen. Dabei sind nicht nur die höheren Spannungen gefährlich. Sehr oft unterschätzen die Handwerker die Niederspannung. Nicht selten bohren die Monteure in bestehende Kabelkanäle, die unter Putz verlegt sind, beispielsweise Steigleitungen. Oder herabfallende Werkzeuge oder Teile verursachen Kurzschlüsse. Das geschieht in Schaltschränken, in Verteilungen und Sicherungskästen. Schon eine fallende Mutter kann einen Lichtbogen auslösen. Sogar harmlos wirkender Plombendraht ist nicht zu unterschätzen.

Trennschalter in der Nähe der Module installieren

So fordert die Norm DIN VDE 0100-712 zwar einen Gleichstromfreischalter vor dem Wechselrichter. Mit diesem Schalter wird die Gleichstromeinspeisung am Wechselrichter unterbrochen. Aber bis zum Trennschalter liegt weiterhin die volle Gleichspannung bis zu 1.000 Volt an, sobald Licht auf die Module fällt. Bei längeren Strings in modernen Solarparks kann diese Gleichspannung sogar bis zu 1.500 Volt betragen. Hier muss der Handwerker extrem vorsichtig sein und darf sich nicht darauf verlassen, dass er ja einen Freischalter betätigt hat. Einen Not-Aus-Schalter, der auch die Module spannungsfrei schaltet, gibt es noch nicht.

Eine Lösung dieses Problems ist, die Freischaltstelle möglichst nah und gut erreichbar in der Nähe der Module anzubringen, beispielsweise auf dem Dachboden. Dann wird der Gleichstrom nicht erst kurz vor dem Wechselrichter unterbrochen, der sich meist im Keller befindet, sondern schon früher. Die Anlage selbst steht zwar dann immer noch unter Strom, aber die durchs Haus laufenden Leitungen nicht mehr.

Gut miteinander abstimmen

Eingedenk der fünf Sicherheitsregeln muss der Handwerker die Freischaltung einer Leitung oder Baugruppe überprüfen, bevor er diese berührt. Nicht selten sind Verwechslungen von freigeschalteten und spannungsführenden Baugruppen oder Leitungen genauso eine Unfallursache wie eine unzureichende Einweisung in die Arbeitsaufgabe sowie die damit verbundenen Risiken. Sogar der einfache Tritt auf ein Kabel kann dem Monteur zum Verhängnis werden.

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Hier ist es wichtig, dass sich die Handwerker untereinander abstimmen. In der Regel arbeiten sie mindestens zu zweit an der Anlage, vor allem, wenn es sich um größere Generatoren handelt. Dann ist der einzelne Monteur nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für seine Kollegen. Bevor er eine Leitung wieder spannungsführend schaltet, muss er sich vergewissern, dass keiner der Kollegen noch an dieser Leitung arbeitet oder diese auch nur aus Versehen berühren kann. Deshalb sollte er immer vorher alle Kollegen informieren, um die Risiken zu minimieren.

Grundsätze bei der Arbeit an elektrischen Anlagen

Drei weitere Grundsätze sollte jeder Handwerker, der an elektrischen Anlagen arbeitet, beherzigen.

  1. Zu spannungsführenden Leitungen großzügige Sicherheitsabstände einhalten.

  2. Kabel dürfen – auch wenn sie spannungsfrei sind – nicht verändert oder gar als Aufstiegshilfe genutzt werden.

  3. Bei Arbeiten an spannungsführenden Leitungen muss als Sicherheitsvorkehrung immer eine Isoliermatte und isolierendes Werkzeug genutzt werden. So schreibt es das Arbeitsschutzgesetz vor.

Schäden an Isolierungen als Gefahrenquelle

Weitere Gefahrenherde sind die Abgreifklemmen in Kabelverteilern oder beschädigte Isolierungen an Kabeln in der Niederspannung. Sogar bei Reinigungsarbeiten in Kabelverteilern sind Unfälle passiert, obwohl die Monteure dafür Industriestaubsauger mit aufgesteckten, isolierten Kunststoffrohren verwendeten. Selbst dann ist davon auszugehen, dass frei liegende Drähte oder herumliegende Teile einen Lichtbogen erzeugen können.

Quelle: Photovoltaik.eu

Dieser Artikel wurde erstellt von: NewsBot



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